Darfs ein bisschen mehr sein? Die Zukunft: Gelesen aus den Strickmustern des Menschen

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Im Nachhinein ist alles ganz einleuchtend. Warum haben sich Facebook, das Web 2.0 oder überhaupt das Internet durchgesetzt? Weil wir plappern wollen, weil wir uns austauschen wollen, weil wir kommunizieren wollen.

Vorausgesagt hätten das aber die wenigsten. Man guckt sich immer an, was gerade da ist, und prognostiziert mehr davon. Mehr Drohnen, mehr Roboter, mehr Automatisierung. Trivial: Das Unvorhersehbare kann niemand vorhersehen. Gleich bleiben jedoch die Bedürfnisse des Menschen – zumindest die tieferen und Kommunizieren ist sicher eines der Grundlegendsten.

Vielleicht lassen sich zukünftige technologische Strömungen vorhersagen, wenn man von den grundlegenden Bedürfnissen ausgeht? Versuchen wir es.

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Worum geht’s gerade? … meine kleine Orientierung

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  • More Data – neue Datenproduzenten: das „Internet der Dinge„,  Drohnen, Apps, Wearables, Smartwatch – BigData sollte man bald mit Doppel D schreiben.
  • More Social – Menschen tauschen sich immer schneller und immer globaler aus. Egal ob das auf Facebook, Twitter oder Teleport läuft. Wer beeinflussen möchte, was über den direkten Freundeskreis hinaus von einem gedacht wird, muss wohl oder übel mitmachen. Wer dabei nicht beobachtet werden will, muss sich abschotten.
  • More Reality – Unsere 3D-Welt wird immer mehr durch digitale Agenten erfasst, erweitert, gedruckt und manipuliert.

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Kranke Wahrscheinlichkeit

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Quizfrage für zwischendurch:

 

 

  • Von 100.000 Menschen haben 20 eine bestimmte Krankheit.
  • Ein Test erkennt die Krankheit in 95% der Fälle.
  • Der Test zeigt nur in 1% der Fälle die Krankheit fälschlicherweise an.
  • Du bist positiv: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass du wirklich krank bist?

 

Die Antwort scheint einfach zu sein: 99%.

 

 

 

Stimmt aber nicht.

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Was hat eine Mail mit einer Kernschmelze gemeinsam?

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Vor kurzem kam es zu einem Störfall in meiner Firma. Eine Mail, gedacht für interne Augen, ging an den Mitarbeiter eines Kunden. Eigentlich war es eine Frage: „Das glauben die doch nicht ernsthaft?“ Da kocht dann schon mal Panik in einem hoch! Oh Gott, wie wird er wohl reagieren?! Roter Alarm!

Bei jeder Botschaft besteht die Gefahr, dass sie als persönlicher Angriff gewertet wird.1 Deshalb haben wir gelernt, so sachlich und informativ wie möglich zu schreiben. Die Mail des Kollegen entsprach natürlich nicht so ganz diesen Erwartungen….

Natürlich war alles halb so schlimm. Es zahlte sich aus, dass wir und der Kunde bis heute transparent und offen miteinander umgehen, wodurch die Bemerkung in kein Fettnäpfchen fallen konnte.

Interessanter fand ich allerdings die Umstände, die dazu führten. Um es klar zu sagen: Es war nicht die Schuld des Senders. Er verschickte die Mail nur intern. Aber ist es eine Frage von Schuld?

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  1. siehe bspw. das Vier Seiten Modell []

DAS regt mich auf! Oder, reg ICH mich auf?

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Letztes Jahr hatte ich einen Artikel über meine Motivation geschrieben. Sich selbst als Zweck setzen, war mein Ergebnis. Aufmerksam sein, begeistert sein. Kann man nicht immer – klar. Durch Täler muss jeder gehen. Aber wer möchte die Täler schon akzeptieren? Zumindest nicht alle, denn manche wiederholen sich.

Des öfteren stört es mich, dass ich in einen Leerlauf verfalle, sobald ich ein paar Tage frei habe. Ich könnte soviel tun! Malen, schreiben, lesen, weiterbilden… Und die Qual der Wahl blockiert mich, sodass ich gar nicht anfange mit irgendetwas und die Ablenkung suche. Ich gucke einen Film, gehe aus, gehe Radfahren. Hauptsache nicht drüber nachdenken. Wobei Radfahren auch nicht schlecht ist. (zumindest Bewegung :) Es bleibt ein Gefühl des ich-könnte-doch-viel-mehr-machen. Ein unbefriedigendes Gefühl. So unproduktiv.

Produktiv – was für ein Quatsch. Warum muss ich produktiv sein, wenn ich frei habe? Wofür überhaupt?

Durch Zufall kam ich zu dem schönen Buch „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ von Jorge Bucay. Es ist die Geschichte einer Therapie, in der der Therapeut Geschichten erzählt.

Wie die Geschichte vom Elefant, der sich nicht aus der Gefangenschaft befreit. Er ist mit einem dünnen Seil an einen kleinen Pflock in der Erde gebunden. Leicht könnte er ihn ausreißen, sollte man meinen. Als Baby-Elefant hat er es oft probiert und es nie geschafft. Irgendwann hatte er gelernt, dass es nicht geht und hat es aufgegeben. Er hat es nie wieder probiert…

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Das Internet der ausgewählten Dinge

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Worum geht es beim „Internet der Dinge“?

Mehr Integration in den Alltag ist das Ziel. Die Dinge – vor allem Produkte – sollen mit uns und miteinander kommunizieren. Zuallererst werden hier die technischen Grundlagen gelegt, um Dinge überhaupt digital erkennen und auf sie reagieren zu können. RFID-Chips, Barcodes etc werden an immer mehr Gegenstände angebracht. So können sie identifiziert und Zusatzinfos abgerufen werden – zumindest von Systemen, die diese IDs lesen können und Zugriff auf die Informationen haben.

IoT

Das Internet der Dinge – ziemlich allumfassend… (Quelle: Internet of Things, Strategic Research Roadmap des CERP, Sep 2009)

In der Industrie  – speziell in der Logistik – wird diese Technologie bereits genutzt. Langfristig gesehen ist das nur die Grundlage – die Dinge sollen auch miteinander interagieren können. Die Beispiele, die man heute dafür findet sind noch recht platt: Kühlschränke bestellen Milch nach; greift ein Kunde nach einem Wein im Regal wird auf einem Bildschirm der passende Käse angezeigt.

Hier handelt es sich immer um zusätzliche Systeme, die ein Ding identifizieren und Infos dazu liefern oder Services bedienen. Das ist schon mal ganz nett, aber richtig Sinn macht das Ganze erst dann, wenn in Zukunft die Dinge selbstständig interagieren, wie dies beispielsweise in der Car2Car oder Car2X Kommunikation bereits getestet wird.

In the IoT, “things” are expected to become active participants in business, information and social processes where they are enabled to interact and communicate among themselves and with the environment by exchanging data and information “sensed” about the environment, while reacting autonomously to the “real/physical world” events and influencing it by running processes that trigger actions and create services with or without direct human intervention.http://www.grifs-project.eu/data/File/CERP-IoT%20SRA_IoT_v11.pdf

Dann wird das Ganze aber ungleich komplizierter. Denn wann welche Dinge miteinander reden und wie sie auf bestimmte Botschaften reagieren, lässt sich nur begrenzt vorhersagen. Hier tauchen weitere Fragen auf, die in angrenzenden Technologien wie Pervasive Computing bereits Kopfzerbrechen bereiten (zu unterscheiden von Persuasive Computing – aber das kann einem auch Kopfschmerzen bereiten…): Fragen der Sicherheit und speziell der Datensicherheit einerseits, aber auch rechtliche Probleme der Verantwortlichkeit bei Fehlern in diesen Systemen – wer ist verantwortlich wenn ein Auto im Autopilot ein Kind anfährt? Das ist sicher unter anderem ein Grund dafür, dass heute noch keine Autopiloten auf der Strasse unterwegs sind.

Weiterhin frage ich mich:

  • Unterstützen bedeutet Eindringen – Wie tief lassen wir die Systeme in unseren Alltag eindringen?
  • Unterstützen bedeutet Delegieren – Delegieren verlangt nach Vertrauen – haben wir Vertrauen in die Programme?

  • Lasst mich in Ruhe – Überfordern uns die neuen Möglichkeiten?
  • Wer redet da eigentlich mit mir? – Das „Internet der ausgewählten Dinge“

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Delegieren an Mensch oder Maschine – wem vertraue ich mehr?

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Im Rahmen des Artikels zum Internet der Dinge unternahm ich einen kleinen Exkurs in den Unterschied von Maschinen und Menschen. Das Übertragen von komplexen Entscheidungskompetenzen an Computerprogramme halte ich für problematisch. Unerwartete Empfehlungen von Google Now, Autos mit Autopiloten und Börsenprogramme, die so schnell Kaufentscheidungen durchführen, dass wir sie nicht stoppen könnten, selbst wenn wir wollten. Sie haben alle das gleiche Problem: Die Entscheidungen sind nicht nachvollziehbar.

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Unternehmen werden Technikanbieter – Haben Sie es schon mit Aus- und Einschalten versucht?

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Interessanter Artikel bei Computerwoche.de

Wenn man davon ausgeht, dass in der Zukunft fast jedes Gerät über 100 Euro einen Sensor haben wird, dann wird auch jedes Unternehmen zum Technikanbieter. Kaum ein Unternehmen wird um das „Internet der Dinge“ herum kommen.

Dringt die Technik so tief in den verschiedensten Unternehmensbereichen ein, hat das nicht nur Einfluss auf die einzusetzenden Technologien. Die einzelnen Unternehmensbereiche werden Technik-Kompetenz entwickeln (müssen) und die IT-Abteilungen werden stärker mit den Fachabteilungen zusammenarbeiten (müssen). Die klassische Trennung von IT-Abteilung, die dafür sorgt, dass die Infrastruktur läuft und Fachabteilungen, die diese Infrastruktur nutzen, wird sich weiter auflösen.

Ich glaube, dass das bei vielen Unternehmen nicht nur ein Frage von technischen Schulungen ist, sondern auch ein Umdenken erfordert. Viele IT-Mitarbeiter kommen heute erst mit Angestellten anderer Abteilungen in Kontakt, wenn etwas NICHT funktioniert. Dementsprechend hören sie erstmal Beschwerden:

  • Warum ist das wieder kaputt?
  • Wieso hat das keiner vorher gemerkt?
  • Habt ihr da kein Auge drauf?
  • Ich hoffe nur ihr habt ein Backup gemacht!

Wie berechtigt die Fragen auch sein mögen – es ist kein Wunder, dass sich eine Kultur der Abwehr entwickelt.

Nicht hilfreich ist im Weiteren, dass die meisten ITler sich technisch überlegen fühlen – meistens mit Recht, denn die Technik ist ihr Fachgebiet. Zumal die Anfragen in Ihren Augen oft von Dummheit geprägt sind – ich sage nur: „Hallo, IT – Haben Sie es schon mit Aus- und Einschalten versucht?“ – das Netz ist voll von IT-Witzen.

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Eigentlich sind Sie ganz lieb.

Wenn ich als ITler (ich überspitze ein wenig):

  • meine Mitarbeiter als chronisch dumm empfinde,
  • mich eh überlegen fühle,
  • und bei jeder Anfrage damit rechne, dass sich dahinter erstmal eine Beschwerde verbirgt,

ist das alles andere als hilfreich, um von einer „Kultur der Abwehr“ auf eine „Kultur der Zusammenarbeit“ umzuschalten.

So gesehen stehen wir wirklich an einem Scheidepunkt. Nicht nur wegen der Entscheidung „Denke ich ab jetzt strategisch?“, sondern auch, wenn es darum geht wie wir die Leute zum Umdenken bekommen: Haben Sie es schon mit Aus- und Einschalten versucht?

Raucher sehen alt aus! – jetzt statistisch bewiesen (?)

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Was zu Beweisen war: Rauchen ist die Ursache für schnelles Altern! Mal abgesehen davon, ob man so eine Studie braucht. Darf man an den Ergebnissen zweifeln? Oder oute ich mich damit als Ketzer des gesunden Menschenverstands? Es weiß doch jeder, dass Rauchen schädlich ist!

Rauchervergleich / Zwillingsstudie

Der rechte Bruder rauchte 14 Jahre länger, Quelle: Plastic & Reconstructive Surgery, Volume 132, Nov 2013

Der Artikel ist ein Klasse-Beispiel für die vorschnelle Interpretationen von statistischen Studien:

  • Die Leute rauchen und sehen älter aus als Ihre Geschwister.
  • Rauchen ist schlecht – das wissen wir alle.
  • Also ist Rauchen auch die Ursache für das Alt-Aussehen.

Ist das so?

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Versuche zu verstehen – so viele Fragen

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Wo fängt man an? Wie ordnet man das Ganze? Was ist die Basis des Ganzen, auf der man aufbauen kann? Was ist die Basis in mir, mit der ich das alles ordne? Oder ist das das Gleiche?

Es gibt so viele verschiedene Aspekte1

  • Die Realität oder das was wir dafür halten – wann ist ein Sandhaufen ein Sandhaufen, ab drei Körnern ab vier, ab fünf?

  • Die Art uns Weise, wie wir denken in Begriffen und diese Einteilen in Gleiches und in Klassen, um die Dinge überhaupt zählen zu können.

  • Und manche Dinge gibt es nur in der Zeit, wie chemische Prozesse oder Umlaufbahnen oder eine Melodie.

  • Existiert nicht alles in der Zeit? Kann eine Vase nicht nur dann eine Vase sein, wenn ich etwas in sie hineinfülle? Kann ein Stuhl ein Stuhl sein, wenn sich niemand auf ihn setzt? Brauchen diese Dinge nicht auch ihre Zeit?

  • Wieso unterscheiden wir drei Welten? Das Körperliche, bei dem wir „so leicht“ Dinge bezeichnen, das rein Geistige mit Begriffen wie Demokratie oder Höflichkeit oder eine Firma und als Drittes das Psychische mit Wut, Schmerz und all den anderen Bewusstseinsvorgänge.

  • Gibt es die Firma? Hat Geld einen Wert? Oder tuen wir einfach nur so als ob es die Dinge gäbe? Weil es nützlich ist?

  • Gibt es das Muster im Teppich, das ich sehe? Das Muster, das ich in der Wolke sehe? Erfinde ich die Muster? Den Fäden im Teppich ist es ziemlich egal, ob ich ein Muster sehe..

  • Wir wissen kaum wo ein Gas-Molekül gerade ist, aber wir wissen wie das Gas sich unter Druck und Wärme verhält. Wenn Wärme die Geschwindigkeit ist, mit der die Moleküle sich bewegen und aneinander stoßen: Was ist Wärme für das Molekül? Wird ihm warm? Oder gibt es den Begriff „Wärme“ nur für mich?

  • Wenn ein blinder Wanderer einen Weg durch den Wald findet: Was weiß er von den Dingen, um die er herumgegangen ist, außer, dass sie im Weg standen? Außer der einen Karte, dem einen Muster das er im Kopf hat? Weiß er ob es noch andere Muster gibt?

  • Entdecken wir die Wege mit den Dingen umzugehen? Oder erfinden wir die diese Wege, diese Handlungsweisen?

  • Ständig strömt Erlebtes ein und fordert nach Mustern, nach Begriffen, nach dazu passenden Gedanken. Und doch können nur Gedanken an Gedanken anknüpfen. Kein Ding ist je in meinem Geist – dort sind nur Gedanken.

  • Geist knüpft an Geist an. Leben knüpft an Leben an. Leben baut Strukturen, die Strukturen bauen, die Strukturen bauen. Ist es nicht das, was letztlich erhalten bleibt? Die Fähigkeit die Dinge so zu formen, dass diese Formen wieder diese Fähigkeit haben?

  • Form und Medium oder Sein und Nichts: Was wäre ein Haus ohne das eingeplante Nichts von Türen und Fenstern, was wäre eine Vase ohne das Nichts in ihr?

  • Gibt es reine Farben? Kann man eine „Farbe an sich“ wahrnehmen oder kommt sie immer mit einem komplexen Erlebnis? Ist „Farbe an sich“ nur das Gleiche mehrerer Erlebnisse, das ich in mir (er)finde?

  • Was ist das Gleiche? Nehmen wir an man bittet einen Schachprofi und einen Schach-Unkundigen die Figuren auf einem zweiten Brett so hinzustellen, wie sie sie auf einem Ersten kurz gesehen haben. Der Laie hat ein gutes Gedächtnis und er setzt nur 2 Figuren falsch. Beim Schachprofi stehen 8 Figuren falsch. Aber beim Laien steht ein König nun im Schachmatt. Beim Schachprofi sind die strategischen Kräfte ähnlich verteilt wie auf dem ersten Brett und das Spiel nimmt von hier einen ähnlichen Verlauf. Welche Aufstellung ist nun der vorherigen ähnlicher? Same same, but different?

  • Haben Schimpansen 99% des Erbguts mit uns gleich und sind deshalb fast so wie wir? Sind zwei Geschichten fast gleich, wenn vor der einen steht: „Folgendes habe ich selbst erlebt:“ und vor der anderen „Folgendes ist frei erfunden:“, oder sind sie das komplette Gegenteil? 

  • Entscheide ich selber, was ich weiß? Weiß ich, was ich da entscheide?

  1. Die wenigsten Beispiele habe ich mir selbst ausgedacht, aber ich verzichte hier auf aufwändige Fußnoten. Ich versuche mich in diesen Artikeln zu orientieren und zu sammeln, und die Dinge zu kombinieren. So läuft es doch immer: wir Kombinieren die Dinge, die wir kennen und versuchen sie in Einklang zu bringen und vielleicht mal eine eigene Unter-/Entscheidung einzubringen. []